Sonntag, 11. Dezember 2005

Energiepolitik

politik-meeting Energiepolitik ist ein Politikfeld, bei dem es um die Erzeugung von gesellschaftlich verbindlichen Entscheidungen über die Erzeugung, Verteilung und Verwendung von Energie geht. Die drei Ziele der Energiepolitik sind Wirtschaftlichkeit, Versorgungssicherheit und Umweltverträglichkeit.


(1) Wirtschaftlichkeit: Preiswerte bzw. effiziente Bereitstellung von Energie für Unternehmen und Privathaushalte. Hierzu gehört die spannende Frage, ob dieses Ziel durch die in den letzten Jahren fast überall auf der Welt stark vorangetriebene Liberalisierung von Energiemärkten bessere Ergebnisse bringt als ein staatliches Engagement in der Energiewirtschaft.
Erneuerbare Energieträger spielen hier vor allem vor dem Hintergrund der Begrenztheit von fossilen Energieträgern eine wichtige Rolle für die zukünftige Wirtschaftlichkeit von Energie.

(2) Versorgungssicherheit: Sicherstellung eines an der Nachfrage orientierten ausreichenden Angebots an Energie. Dieses Ziel ist vor allem seit den Ölkrisen der 70er Jahre ein wichtiger Teilbereich der Energiepolitik. Bei rohstoffarmen Ländern bedeutet dies eine Diversifizierung der Energieimporte sowie den Ausbau eigener Kapazitäten im Bereich der nuklearen oder regenerativen Energieträger. Auch die Erhöhung der Energieeffizienz und generelle Energieeinsparmaßnahmen gehören zu diesem Bereich.

(3) Umweltverträglichkeit: Minimierung der negativen ökologischen Folgen der Energienutzung. Dieser Teilbereich hat in den letzten Jahren angesichts zunehmender ökologischer Probleme und eines voranschreitenden Treibhauseffekts enorm an Bedeutung gewonnen. Da sowohl bei der Nutzung von fossilen Energieträgern als auch bei der atomaren Energiegewinnung für die Umwelt schädliche Nebenprodukte enstehen, haben Erneuerbare Energieträger und -technologien für diesen Bereich eine herausragende Bedeutung.

Akteure und Analysekonzepte
Lange Zeit waren energiepolitische Entscheidungen ausschließlich eine Aufgabe staatlichen Handelns. Aufgrund ökonomischer Liberalisierungsprozesse und der generellen Abnahme hierarchischer staatlicher Steuerungskapazität wird der Begriff der Governance auch für die Energiepolitik immer wichtiger. Hinzu kommt die enge Verbindung der Energiepolitik zu anderen Politikbereichen wie Wirtschafts-, Umwelt- oder Sicherheitspolitik, welche ein Umdenken in der Analyse energiepolitischer Entscheidungsprozesse und der beteiligten Akteure weg von traditionellen Mustern und hin zu neuen Analysekonzepten unabdingbar macht.

Danyel Reiche (2005): Grundlagen der Energiepolitik
E. Martinot: Renewable Energy Policy References


Energiepolitik in Asien
Energiepolitik in Ost-/Südostasien ist geprägt vom Spannungsverhältnis zwischen den oben genannten Zielen: Die ökonomische Dynamik der Region, die stark steigende Nachfrage auf den asiatischen Energiemärkten, sektorale Liberalisierung, die massiven ökologischen Probleme in einigen Ländern und die sicherheitspolitischen Konflikte um Energieressourcen.

Xuewu Gu, Kristin Kupfer (Hg.) (2006): Die Energiepolitik Ostasiens
Nautilus Institute: East Asian Energy Future
Yasuo Tanabe: Energy Challenge in Asia (pdf)

Trackback URL:
http://energiepolitik.twoday.net/stories/1260062/modTrackback

Aktuelle Beiträge

Vertrauensvotum kommende...
Anfang kommender Woche muß sich die regierende...
NiclasW - Jul 16, 15:47
Energy reality starts...
Auf AsiaTimes gibt es heute hier einen sehr lesenswerten...
NiclasW - Jul 16, 15:30

Suche

 

Archiv

Dezember 2005
Mo
Di
Mi
Do
Fr
Sa
So
 
 
 
 1 
 2 
 3 
 4 
 5 
 6 
 7 
 8 
 9 
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28
29
30
31
 
 
 

Alle Links in Popups öffnen

alle Links auf der aktuellen Seite in einem neuen Fenster öffnen